Averager
Mittelwertbildner, Signalmittelwertbildner, Averaging-ADC, Wellenform-Mittelwertbildner, Signalakkumulator
Ein Averager (Mittelwertbildner) ist eine Art ADC-Digitalisierer, der mehrere Wiederholungen einer getriggerten Signalform erfasst und daraus einen Mittelwert berechnet, bevor die Daten an den Host-Computer übertragen werden. Durch die Mittelwertbildung wird zufälliges Rauschen reduziert und das Signal-Rausch-Verhältnis bei sich wiederholenden Signalen kann deutlich verbessert werden. Gleichzeitig lässt sich die erforderliche Datenbandbreite erheblich reduzieren, da nicht jede einzelne Messung übertragen werden muss.
Der Nachteil des Hardware-Averagings besteht darin, dass die einzelnen Messungen anschließend nicht mehr separat für weitere Analysen zur Verfügung stehen. Dadurch sind Möglichkeiten wie die Verarbeitung einzelner Pulse, das Aussortieren einzelner Ereignisse, die Klassifizierung von Pulsen oder andere Analysemethoden auf Basis der einzelnen Messungen eingeschränkt.
Die cronologic Ndigo6G unterstützt Hardware-Averaging als optionalen Bestandteil der Datenerfassung. Im normalen Betrieb werden aufgezeichnete Triggerereignisse als einzelne Datenpakete an den Host übertragen. Im Averaging Mode wird dagegen eine konfigurierbare Anzahl von Triggerereignissen zunächst akkumuliert und gemittelt, bevor ein Ausgabepaket erzeugt und an den Host übertragen wird. Dadurch lässt sich die zu übertragende Datenmenge erheblich reduzieren, wenn für die jeweilige Anwendung nur das gemittelte Signal benötigt wird.
Nullunterdrückung (Zero Suppression) kann unabhängig vom Averaging eingesetzt werden. Sie reduziert die Menge der erfassten und übertragenen Waveform-Daten auf die relevanten Signalbereiche und steht sowohl bei der Erfassung einzelner Triggerereignisse als auch im Averaging Mode zur Verfügung. Zero Suppression und Hardware-Averaging können somit kombiniert werden, um die zu übertragende Datenmenge weiter zu reduzieren.
Welche Erfassungsstrategie am besten geeignet ist, hängt von der jeweiligen Anwendung ab: Die Übertragung einzelner Triggerereignisse erhält die Informationen der einzelnen Messungen für eine flexible nachgelagerte Analyse, während Hardware-Averaging die Datenmenge reduziert, indem mehrere Triggerereignisse bereits vor der Übertragung zusammengefasst werden.

Vergleich der Datenerfassung mit der cronologic Ndigo6G-12 mit und ohne Hardware-Averaging. Ohne Averaging werden aufgezeichnete Pulse als einzelne Datenpakete übertragen. Im Averaging Mode wird eine konfigurierbare Anzahl von Triggerereignissen zunächst akkumuliert und gemittelt, bevor ein Datenpaket erzeugt wird. Zero Suppression kann in beiden Betriebsarten eingesetzt werden.

